Klick-Tipp: Darstellung von Ostdeutschen in den Medien

Für das Projekt wurden etwa 320 Millionen Presseartikel über Ostdeutschland ausgewertet, die zwischen 1990 und 2025 erschienen.

Dabei fiel auf, dass etwa 70 Prozent der Artikel negativ konnotiert waren und bestimmte Begriffe besonders häufig verwendet wurden wie beispielsweise: überfremdet, völkisch, unterrepräsentiert, sozialistisch, antifaschistisch, ausländerfeindlich, rechtsradikal, rechtsextrem, kapitalistisch, sowjetisch.

Auch tauchten Verben wie schrumpfen, spalten, beklagen oder fürchten sehr häufig auf – sowie solche, die mit Widerspruch und Ablehnung oder einer gewissen Verweigerungshaltung verbunden werden, wie etwa protestieren oder demonstrieren.

Auffällig ist zudem, dass über Ostdeutschland zu wiederkehrenden Zeitpunkten berichtet wird, vor allem im Oktober und November zum Einheits- und Mauerfalljubiläum.

Und schließlich sind ostdeutsche Themen besonders vor ostdeutschen Landtagswahlen präsent, wie sich derzeit an der breiten Berichterstattung zu den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeigt – besonders im Hinblick auf den möglichen großen Wahlerfolg der AfD in den beiden ostdeutschen Bundesländern.

Beispielhaft dafür ist die Bezeichnung „Das blaue Land“, welches Ostdeutschland dabei medial oft verliehen wird. Für Mücke eine Stereotypisierung des gesamten Ostens als „bedrohliches AfD-Land“,– während die Wahlergebnisse in ostdeutschen Regionen und Städten durchaus sehr unterschiedlich seien. Auch sei der Erfolg der AfD ein bundesweites und nicht ausschließlich ostdeutsches Phänomen.

Deutschlandfunk, 01.09.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)