Die Pläne bereiten uns große Sorgen. Wir laden daher Juliane Leopold, Marcus Bornheim und Jona Teichmann zum Dialog ein.
Die Auflösung des Ressorts Wissen in der Tagesschau bedeutet: Keine zentrale Koordination für Wissenschaftsthemen mehr. Ohne Ansprechpartner in Hamburg droht ein Verlust an relevanten Inhalten in der reichweitenstärksten Nachrichtensendung.
Warum gilt das Ressort Wissen in Sparzeiten als obsolet? Wie soll das Bedürfnis des Publikums nach wissenschaftsjournalistischer Expertise in der tagesschau-Redaktion künftig erfüllt werden?
Auch die Programmreformen des Deutschlandfunks werden die Arbeit von Wissenschaftsjournalist:innen voraussichtlich erschweren. Wir fürchten, dass die verstärkte Wiederholung von Podcasts aus den digitalen Kanälen im linearen Programm Plätze für aufwendige Recherchen verdrängt. Das angedachte „Pitch“-Modell für die reichweitenstärkeren Informationssendungen macht die Platzierung von Wissenschaftsthemen von wechselnden Mehrheiten in der Pitch-Jury abhängig.
Wenn es weniger Plätze für Kurzbeiträge geben soll, torpediert dies das Modell der Fachautor:innen. Formate wie Konferenzberichte haben es Freien bislang ermöglicht, an Themen dranzubleiben und längere Beiträge mit inhaltlicher Tiefe zu erstellen. Die Programmdirektion hat versprochen, dass sie an einer „anderen Form der Honorierung“ arbeite, damit Freie auch in Zukunft ihre Arbeit finanzieren können. Wie soll dieses neue Modell aussehen?
wpk wissenschaftsjournalismus, 24.06.2026 (online)

