Eine Umfrage unter Mitgliedern des Verbands der deutschen Filmkritik (VdFk) belegt prekäre Arbeitsbedingungen: Das durchschnittliche Jahreseinkommen durch filmkritische Arbeit liegt bei nur 16.000 Euro brutto – nur noch wenige der befragten Personen können dem Beruf in Vollzeit nachgehen. Das gilt insbesondere für Freischaffende, die den filmkritischen Diskurs maßgeblich prägen. […]
Freischaffende Kritiker*innen, die fast 90 Prozent der Befragten ausmachen, verdienen im Schnitt sogar nur 13.300 Euro jährlich mit Filmkritik. Die meisten Befragten gehen weiteren beruflichen Tätigkeiten nach. Selbst wer 70 bis 100 Prozent des Gesamteinkommens mit Filmkritik erwirtschaftet, kommt auf lediglich 21.000 Euro brutto im Jahr. Nur zehn Prozent der freischaffenden Befragten können von ihrer filmkritischen Arbeit allein leben.
Die Umfrage dokumentiert einen besorgniserregenden Trend: Bei 45 Prozent der Freischaffenden ist der Anteil der Filmkritik am Gesamteinkommen in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Parallel dazu ist die Auftragslage eingebrochen: Ebenfalls 45 Prozent der Freischaffenden geben an, heute weniger Auftraggeber zu finden als noch vor fünf Jahren. Doch auch Festangestellte spüren den ökonomischen Druck auf Redaktionen: „Seit der Pandemie gab es keine Dienstreisen mehr zu Filmfestivals“, schreibt ein Redakteur einer Tageszeitung. „Die wöchentliche Filmseite unserer Zeitung wurde vor einigen Jahren eingestellt, seither erscheint nur noch eine Kinokritik pro Woche.” […]
„Kulturkritik ist Gesellschaftskritik“ – die nachlassende Wertschätzung dafür sei eine „Gefahr für den demokratischen Diskurs“. Die Forderungen, die Mitglieder des VdFk daraus ableiten, richten sich in erster Linie an Auftraggeber in Verlagen und Medienhäusern, die in ihrer Selbstbeschreibung einen unabhängigen, kritischen und vielseitigen Journalismus für sich reklamieren: „Ich wünsche mir Strategien, die nicht auf kurzfristige Reichweitenziele ausgerichtet sind, sondern auf Entschleunigung, nachhaltige Arbeitsbedingungen und eine echte Förderung inhaltlicher Qualität.“
Verbands der deutschen Filmkritik, Pressemitteilung, 27.04.2026 (online)

