Zitiert: Alexa wird also nachträglich mit einem populären Feminismus „aufgerüstet“

Nehmen wir mal Alexa, das Sprachassistenzsystem von Amazon. Viele haben daran eine „Vergeschlechtlichung“ von Maschinen kritisiert. Aber das ist nur die Oberfläche. Die Technologie wurde inzwischen so programmiert, dass sie mit sexueller Belästigung umgehen kann, man kann ihre Stimme verändern, man kann ihr einen anderen Namen geben, auf den sie hört. Alexa wird also nachträglich mit einem populären Feminismus „aufgerüstet“, damit sie innerhalb der Kreisläufe des Kapitalismus besser funktioniert. Aber was tun wir da eigentlich, wenn wir wollen, dass Alexa „besser“ funktioniert? Was wir implizit sagen, ist doch: Alexas Mangel an Feminismus steht der Kapitalverwertung im Weg. Also wollen wir eine bessere Alexa zu Hause – eine Art feministische Verbündete im Wohnzimmer? Stattdessen sollten wir uns fragen, wozu wir dieses Ding überhaupt haben. Wollen wir den Status dieser Maschine wirklich aufwerten? Dahinter steht doch die grundlegende Figur der Technologie als Diener.

Sarah Sharma, sueddeutsche.de, 06.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)