Eine neue UNICEF-Analyse zeigt: Altersbeschränkungen für soziale Medien allein reichen nicht aus, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen. Entscheidend ist, dass Regulierung dort ansetzt, wo Risiken entstehen – bei den Plattformen selbst. […]
Weltweit nimmt die politische Dynamik rund um Altersbeschränkungen für soziale Medien stark zu. Inzwischen beraten, planen oder implementieren rund 40 Staaten entsprechende Massnahmen. […]
In rund einem Drittel der Länder werden solche Massnahmen ohne umfassende Plattformregulierung vorgeschlagen. Dadurch bleiben zentrale Ursachen von Risiken bestehen, etwa die Verstärkung problematischer Inhalte durch Algorithmen oder manipulative Funktionen der Plattformen. Das zentrale Problem liegt weniger beim Zugang als in der Art, wie Plattformen aufgebaut sind. […]
Ein wirksamer Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum muss dort greifen, wo Risiken entstehen. Konkret bedeutet das, dass Plattformen ihre Algorithmen anpassen, suchtfördernde Funktionen begrenzen, problematische Inhalte schneller erkennen und bearbeiten sowie altersgerechte Schutzmechanismen standardmässig umsetzen. […]
Kinderrechte gelten uneingeschränkt, auch online. Die Schweiz ist verpflichtet, Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Ausbeutung und schädlichen Einflüssen zu schützen – und gleichzeitig ihre Teilhabe am digitalen Raum und dessen Chancen zu gewährleisten. Eine wirksame Regulierung muss diese Ziele zusammen denken. UNICEF Schweiz und Liechtenstein fordert deshalb verbindliche gesetzliche Vorgaben, die Plattformen stärker in die Pflicht nehmen.
Unicef Schweiz, 31.03.2026 (online)

