Zitiert: An der Realität gescheitert

Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich erneut mit der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nach der wiederholt blockierten Erhöhung des Rundfunkbeitrags deutet vieles darauf hin, dass Karlsruhe erneut eingreifen muss. Eine Reform des festgefahrenen Verfahrens ist dringlicher denn je. […]

Auf die Nachfrage des Vorsitzenden Richters Stephan Harbarth, ob es nach der Vorstellung des KEF-Berichts im vergangenen Februar überhaupt Erörterungen zwischen den Ländern gegeben habe, wie die darin empfohlene Erhöhung rechtzeitig umgesetzt werden könne, sagte Robra mit Blick auf die hohen Umfragewerte für die AfD: „Hätten wir eine Beitragsdebatte geführt, hätten wir keinen Wahlkampf mehr führen müssen.“ Das sei Konsens unter den Ländern gewesen. „Bei allem Respekt vor dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk müssen die Länder darauf achten, dass sie sich nicht selbst umbringen.“ […]

Spätestens im November dürfte faktisch feststehen, dass eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2027 auf 18,64 Euro durch einen Staatsvertrag nicht mehr rechtzeitig umzusetzen setzt. Sollte sich Robras Vorfestlegung dann also tatsächlich erfüllen, darf es als wahrscheinlich gelten, dass der Erste Senat den Anträgen von ARD und ZDF auf Vollstreckungsanordnung stattgibt und die Erhöhung wie schon 2021 anweist, um eine bedarfsgerechte Finanzierung der Anstalten zu sichern. Diese gälte dann voraussichtlich für die aktuelle Beitragsperiode 2025 bis 2028. 2029 begänne dann die neue Periode. […]

Das lange bewährte gesetzliche Verfahren zur Festsetzung des Rundfunkbeitrags ist erneut an der politischen Realität gescheitert. Ein Verfahren, das nicht mehr funktioniert, sollte reformiert werden. Auch hierzu könnte der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts einen Hinweis geben. Das hatten die Karlsruher Richter allerdings schon 2021 getan. Ob solche Hinweise befolgt werden, bleibt also ungewiss.

Ellen Nebel, epd medien, 24.06.2026 (online)

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Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)