Die Öffentlich-Rechtlichen werden in letzter Zeit immer öffentlicher. Vor allem bei der ARD haben Dialogformate Konjunktur. Ingo Zamperoni klärt in „Die 100 – Was Deutschland bewegt“ spielerisch die großen gesellschaftlichen Fragen. Beim BR heißt es „Mitmischen! Beim BR“. Die Hessen kommen etwas trutschiger mit „Weil Hessen mehr verbindet“ um die Ecke. Der NDR setzt mit „VEREINt im Norden“ auf die deutsche Tradition, zu allem und jedem einen Verein und damit eine Meinung zu haben. […]
Während die ARD also wieder mit allen redet, hält sie sich gegenüber dem Medienjournalismus konsequenterweise spürbar zurück. Pressekonferenzen nach den regelmäßigen Intendant*innensitzungen finden kaum noch statt. Und wenn dann doch, gern mit zeitlichem Abstand und/oder nur zu bestimmten Themen. „Weil da immer so viel Kritik abläuft. Der ÖRR ist für alle und jeden da und nicht nur für die Blase“, sagt die Mitbewohnerin.
Letzte Woche Mittwoch endete mal wieder so eine Chef*innen-Runde mit durchaus wichtigen Themen. Die Zukunft des ARD-Generalsekretariats stand auf dem Spiel, die Schaffung eines ARD-weiten Business Continuity Managements zur Debatte. Aber am Ende gab es nur eine einzige Pressemeldung am Tag danach. Die informierte drüber, dass ab 2027 Radio Bremen den ARD-Vorsitz übernimmt.
Steffen Grimberg, taz.de, 05.05.2026 (online)

