Mit einem Public Open Space, KI-Strategie und Programmumbau reagiert die ARD auf digitale Konkurrenz. Der Preis könnte hoch sein – intern wie publizistisch. […]
Die ARD erwartet, dass Bewegtbild-Inhalte bereits vor 2030 überwiegend nicht-linear genutzt werden – also über Mediatheken statt über klassische Fernsehsender. […]
Besonders bei jüngeren Zielgruppen drohe die Relevanz der ARD-Angebote zu sinken. Deshalb will der Senderverbund künftig verstärkt 30- bis 49-Jährige mit Inhalten erreichen. […]
Im Strategiepapier heißt es dazu: „Wenn Neues entsteht und Innovationen gefördert werden, muss konsequent Platz im Portfolio geschaffen werden.“
Bis Ende 2026 will die ARD einen „übergreifenden, abgestuften Portfoliomanagementprozess“ aufsetzen, um den Umbau zu steuern.
Wie die konkreten Kriterien aussehen werden, ist noch offen. […]
Obwohl die ARD ihre regionale Verankerung als Alleinstellungsmerkmal betont, führt die Reform zu mehr Zentralisierung. Bereits seit Juni 2025 übernehmen verschiedene Landesprogramme gemeinsame, zentral produzierte Abend- und Nachtsendungen. […]
Ob die Reform gelingt, wird sich zeigen. Klar ist: Die ARD steht vor einem Umbau, der nicht nur ihre Programme, sondern auch ihre Organisation grundlegend verändern wird.
Andrej Simon, Telepolis, 24.04.2026 (online)

