Zitiert: „Bunte“-Falschberichterstattung lohnt sich

Die „Bunte“ muss mal wieder einen Artikel erheblich schwärzen: diesmal zu einem angeblichen Interview mit Schauspielerin Sibel Kekilli. Über das Geschäft mit dem kalkulierten Rechtsbruch. […]

Wer sich ein bisschen länger mit der Sache beschäftigt, beginnt zu verstehen, dass eine Print-first-Strategie Sinn ergibt aus Bunte-Sicht, auch wirtschaftlich. Sie hat den Vorteil, dass man zunächst alles Mögliche behaupten, bebildern, versprechen und abdrucken kann. Hinterher korrigieren geht immer und tut, abgesehen von den Anwaltskosten, auch fast nicht weh. Das Kioskpublikum reagiert auf starke Reize. […]

Die Bunte kann es gut verschmerzen, wenn sie Sibel Kekilli am Schluss vielleicht tausend Euro überweisen muss, wenn sie davor mit ihrem Namen und einem falschen Versprechen tausend Hefte verkauft hat. Dieses Geschäftsmodell ist stabil, weil viele daran verdienen: Der Burda-Verlag, die Anwaltskanzlei, die den Burda-Verlag abmahnt, die Anwaltskanzlei, die sich im Auftrag vom Burda-Verlag mit der Abmahnung auseinandersetzt. Verlieren tun eigentlich nur die Menschen, die sich gegen die Berichterstattung wehren müssen. Und natürlich alle Leserinnen und Leser mit Bunte-Digitalabo.

Bernhard Heckler, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)