Ich nenne diese schwerfälligen Firmen schmelzende Eiswürfel. Sie sind für den heutigen Markt zu groß geworden. Das kam durch die Zeit während und nach der Pandemie, in der unglaublich viele Produktionen in den Markt gepresst wurden, vor allem von den Streamern. Sie haben so viele Stoffe in Auftrag gegeben, bis es zu den sogenannten „Streaming Wars“ kam. Jeder hat versucht mitzuhalten, und die Firmen haben sich deshalb immer weiter aufgebläht. Jetzt müssen alle wieder zurückrudern, weil der Markt dafür nicht mehr existiert. Die Streamer haben ihre Aufträge massiv reduziert, ebenso die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender in Deutschland. […]
Da geht es dem deutschen Film nicht viel anders als der hiesigen Automobilindustrie oder Chemiebranche. Uns fehlt der Mut, Außergewöhnliches zu wagen. Wir klammern uns an den Mainstream. Wir überraschen das Publikum nicht. Ich halte das für ein großes Problem. Viele, die jetzt in den großen Firmen Verantwortung tragen, jammern, dass heute alles so schwierig geworden sei. Schwierig aber war es immer.
Martin Moszkowicz, faz.net, 14.02.2026 (online)

