Das öffentlich-rechtliche Fernsehen steht unter Druck, nicht nur politisch. Zugleich ist auch ihm die Quote Erfolg. Es bleibt insofern schleierhaft, warum die ARD bei Quotenbringern wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110″ und einem Marktanteil von bis zu 30 Prozent spart: mit einer noch nie so lange währenden Sommerpause von Anfang Mai bis Mitte September; und indem der MDR drei Jahre lang keine „Polizeiruf“ und „Tatort“ -Folgen mehr produziert. […]
Der aktuelle Umbruch kann die beiden Reihen gefährden, denn das Format ist angewiesen auf Gewöhnungen im Umgang mit seinen Figuren: Batic und Leitmayr, Eisner und Bibi oder Borowski haben gerade aufgehört. Ausgerechnet in dieser Phase spart die ARD, anstatt dass sie den ins Kraut schießenden Regional-, Insel oder Europastädtekrimis Einhalt gebietet. […]
Neben den hohen Quoten bleibt es singulär, dass alle „Tatort“ und Polizeiruf‘-Filme von der Erstausstrahlung am Sonntagabend leben, ohne dass sie vorher in die Mediathek gestellt werden. Senderplatz und Live-Prinzip gehören zum Geheimnis ihres Erfolgs: am Ende des Wochenendes,
Stefan Scherer, rnd.de, 31.05.2026 (online)

