Zitiert: Donald Trump will von den eigentlich wichtigen Dingen ablenken

Bei Donald Trump besteht immer die Gefahr, dass sein großspuriges Gehabe von den eigentlich wichtigen Dingen ablenkt. Mit seinen Beleidigungen, Zollkapriolen, Kryptowährungsgeschäften, ministeriellen Personal­dra­men und kameragerecht inszenierten Grausamkeiten lenkt der US-Prä­sident die Aufmerksamkeit auf einen Zirkus, in dem er selbst der Direktor ist.

Zentrale Entwicklungen geraten dabei leicht aus dem Blick. Etwa der Umstand, dass der für 2027 vorgesehene Verteidigungshaushalt mit 1,5 Billionen US-Dollar nominal höher ist als je zuvor in der Geschichte der Vereinigten Staaten – und real fast dasselbe Niveau erreicht wie während des Zweiten Weltkriegs, als die USA gegen Nazideutschland kämpften. Um so viel Geld aufzubringen, bittet der US-Präsident, ohne zu zögern, die Bürger:innen seines Landes zur Kasse – indem er den öffentlichen Einrichtungen, die sie ernähren, beschulen und pflegen, die Gelder streicht.

Dieses Verteidigungsbudget soll nicht zuletzt dazu dienen, den Strukturwandel des Staats und der US-Wirtschaft sowie die führende Stellung der USA in der Welt zu finanzieren. Die Prinzipien des freien Markts spielen ­dabei offenbar immer weniger eine Rolle.

Evgeny Morozov, Le Monde diplomatique, 11.06.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
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Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)