Zitiert: Duell, Triell, Bagatell

Medien beeinflussen die Wahlentscheidungen der Bürger*innen zwar nur gering, aber wenige Prozente können das politische Spektrum in Deutschland verschieben. Grund genug, die Wahlkampfberichterstattung aus demokratischer Sicht genauer unter die Lupe zu nehmen – ihre Knackpunkte und ihre Perspektiven.

Die Hamburger Kommunikationswissenschaftlerin Judith Möller erläuterte vor der Bundestagswahl 2025, dass Medien nur zu fünf bis zehn Prozent für Wahlentscheidungen verantwortlich sind. Wichtig seien eher persönliche Faktoren – wo und wie man aufgewachsen sei, mit wem man über die Wahl und Politik spreche, welche Medien man nutze. Die Bedeutung von Informationsquellen für die Wahlentscheidung sei aber gewachsen, weil die Parteibindung sinke, es mehr Wechselwähler*innen gebe und gleichzeitig das Interesse an Nachrichten und politischen Informationen schwinde. […]

Der Einfluss einzelner Fake News auf das Wahlverhalten sei eher gering, so Möller. Wichtiger sei der langfristige Effekt: „Soziale Medien prägen, welche Themen als relevant gelten und was als normal empfunden wird.“ […]

Bärbel Röben, M(verdi), 08.04.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)