Die Zahl der Buchkäufer zwischen zehn und 15 Jahren ist 2025 innerhalb nur eines einzigen Jahres um 30,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen sind es fast zwanzig Prozent. Der Börsenverein verknüpft diesen Einbruch mit einer Entwicklung, die Studien lange belegen: Die Lesekompetenz von Kindern im Grundschulalter nimmt in Deutschland seit Jahren rasant ab. Ein Viertel der Kinder erreicht in seiner Grundschulzeit keine ausreichende Lesekompetenz. […]
Ein Einbruch von 30 Prozent innerhalb eines Jahres ist keine konjunkturelle Delle, sondern eine Systemkrise, die sich nicht auf die Buchbranche allein beschränkt. Die Buchhandlungen sind hier nur das Frühwarnsystem und der erste Indikator eines weitaus größeren gesellschaftlichen Problems, das von hier an nur wachsen und sich bald auch in anderen Formen äußern könnte.
Felix Stephan, sueddeutsche.de, 0907.2026 (online)

