Beitragszahler haben ein Anrecht darauf, den in ARD, ZDF und Co. berichteten Ereignissen zweifelsfrei Glauben zu schenken. Wenn also eine der renommiertesten Nachrichtensendungen des Landes, das „heute journal“, über Abschiebepraktiken in den USA berichtet, müssen die Fakten stimmen.
Und wenn dennoch Fehler passieren, so wie am Sonntag, dann müssen sie umgehend und transparent aufgeklärt werden, nicht erst zwei Tage später und auf Medienanfrage. Doch genau das ist passiert. Womit die ZDF-Sendung nicht nur zeigt, wie schlampig offenbar gearbeitet wurde. Sondern auch, wie schlecht die hausinterne Krisenkommunikation ist. Beides schürt einmal mehr und in diesem Fall zu Recht die Vorbehalte gegen ein ohnehin oft kritisiertes, beitragsfinanziertes Rundfunksystem und untergräbt dessen Glaubwürdigkeit. […]
Egal, ob es Unachtsamkeit war oder mehr: Grobe Fahrlässigkeit ist ein unentschuldbares Fehlverhalten – besonders dann, wenn es Signalwirkung hat wie hier und damit auf fatale Art und Weise ein ganzes System in Verruf bringt.
Bei der Gelegenheit sollte das ZDF gleich prüfen, warum die Krisenkommunikation so schlecht funktioniert. Denn erst mit den peinlichen Ausflüchten der Presseabteilung setzte man sich den Attacken rechtspopulistischer Medien aus und ließ auf diese Art und Weise eine menschliche Fehlerkette zu einem handfesten Skandal anwachsen.
Steffen Sowa, t-online.de, 18.02.2026 (online)

