Zitiert: Erregung öffentlichen Ärgernisses

Funk verliert mit „Brave Mädchen“ und „Der dunkle Parabelritter“ zwei Youtube-Formate. Tut die öffentlich-rechtliche Plattform gut daran, Influencern ihren journalistischen Auftrag zu überlassen? […]

Was „Brave Mädchen“ anbelangt, steht Funk auf den ersten – und wohl auch den zweiten – Blick nicht besonders gut da. […] Die Plattform muss sich nun die Frage gefallen lassen, wieso es zehn Podcast-Folgen lang gedauert hat, um festzustellen, dass dieses Youtube-Format eben kein öffentlich-rechtliches Format hat, wenn es sich zum Prinzip macht, durch Häme und Hass Reaktionen zu provozieren, die man dann auf eine verächtliche Weise ausschlachtet, die weitere Reaktionen hervorruft und so weiter.

Da schließt sich auch der Kreis zu „Der dunkle Parabelritter“ und dem Entschluss von Alex Prinz, seine Kooperation mit Funk aufzukündigen. Diese Trennung ist nicht die Folge eines großen Krachs. Vielmehr erklärt Prinz, sehr knapp zusammengefasst, dass es ihm zu anstrengend sei, öffentlich-rechtlichen Anforderungen zu genügen.

Und das liegt eben nur zum Teil an als zu bürokratisch empfundenen Strukturen. Sondern auch daran, dass die Öffentlich-Rechtlichen anders funktionieren müssen als Youtube und die sozialen Netzwerke.

Stefan Fischer, sueddeutsche.de, 16.03.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)