Zitiert: Es geht um Kontrolle, Geld und Macht im Internet

Zähmen die deutschen Medienanstalten die großen Digitalplattformen? Das sieht zumindest der kühne Entwurf des neuen „Digitale-Medien-Staatsvertrags“ vor.

Es gibt sie also noch in diesen Zeiten, die kleinteilige, inhaltegetriebene politische Arbeit, möchte man sagen angesichts des 180-Seiten-Entwurfs für den Digitalen Medienstaatsvertrag, über den die Rundfunkländerkommission am Mittwoch berät.

Sperrig zu lesen, steckt darin eine extrem robuste regulatorische Substanz. Zum ersten Mal werden Internetangebote verschiedener historischer Herkunft der gleichen Gesetzessystematik unterworfen, so wie diese Angebote ja auch gleichwertig nebeneinander konsumiert werden. Es geht um Rundfunk, reine Web-Inhalte, Presseangebote, dazu sogenannte Medienintermediäre (etwa Suchmaschinen und Social Media) und KI-Chatbots. Sofern sie sich an Menschen in Deutschland richten oder in Deutschland einen wesentlichen Anteil ihrer Finanzierung erzielen, greift für sie alle dem Entwurf zufolge das neue Mediengesetz. Es geht um Kontrolle, Geld und Macht im Internet.

Eine zentrale Rolle dabei sollen die Medienanstalten spielen. Sie haben früher hauptsächlich den Privatfunk kontrolliert, sind aber nach und nach zur Internet-Aufsicht mutiert.

Claudia Tieschky, sueddeutsche.de, 16.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)