Zitiert: Grundsätzliche Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks

Es bedarf der öffentlich-rechtliche Rundfunk einer grundsätzlichen Reform, die diesen Namen verdient. Der von Julia Jäkel geleitete Zukunftsrat hat hier viele hilfreiche Vorschläge unterbreitet, die es verdienen, endlich ernster genommen zu werden.

Die Vielfaltssicherung ist das zentrale Qualitätsmerkmal für eine funktionierende Medienlandschaft. Diese Vielfalt kann auf sehr unterschiedliche Art erreicht werden: durch eine vielfaltssichernde Binnenorganisation wie sie in den Rundfunkanstalten besteht, durch eine Vielzahl unterschiedlicher Medienträger, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, oder durch die Entwicklung von Formaten wie zum Beispiel Podcasts, die vergleichsweise wenig kosten und den Meinungen einzelner Personen mehr Gehör verschaffen. Die Idee der Vielfalt entfaltet aber nur dann produktive Kräfte, wenn wir uns trotz unterschiedlicher Meinungen als im Kern gleichberechtigte Mitglieder einer gemeinsamen Kommunikationsgemeinschaft und nicht als Feinde betrachten. Schmähkritik, die Verbreitung von falschen Tatsachen oder offene Bedrohungen sind daher keine Kavaliersdelikte, sondern müssen als Angriffe auf die demokratischen Grundlagen unseres Staates verfolgt werden.

Was mir persönlich bei den etablierten Medien mitunter fehlt, ist mehr Mut. Mut zu starken Thesen, Mut auch einmal etwas zu loben, Mut zu priorisieren, Mut zu neuen Formaten, Mut zu niedrigen Einschaltquoten, Mut zu unpopulären Entscheidungen! Sicher: Für Mut gibt es nicht immer sofort Applaus. Es ist im Medienbereich aber wie in der Politik: Am Ende des Tages wird man nicht respektiert und gewählt, weil man auf der Welle des Zeitgeistes surft, sondern weil man eine Haltung und einen klaren Fahrplan hat.

Andreas Voßkuhle, sueddeutsche.de, 09.12.2025 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)