Man kann das gut in der jetzigen Berichterstattung zu den Landtagswahlen beobachten: Ich bekomme etliche Anfragen, die nur darum kreisen, warum die AfD im Osten so stark ist. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, in denen dieses Jahr gewählt wird. Gleiches gilt für Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Die Regionalität des Ostens spielt meist keine Rolle. Haben Sie von den „Westwahlen“ gelesen, als Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Anfang des Jahres gewählt haben? […]
Ich will, dass das ganze zivilgesellschaftliche Engagement und die über 50, zum Teil 70 Prozent, die nicht AfD wählen, die nötige mediale Aufmerksamkeit bekommen. Und Fördergelder. Stattdessen wird alles Ostdeutsche aus der West-Perspektive oft fast pathologisch betrachtet: Was ist falsch mit den Ossis, dass die alle so und so wählen?
Marieke Reimann, sueddeutsche.de, 14.08.2026 (online)

