Zitiert: (Keine) Soziale Vielfalt im Journalismus

Journalismus soll gesellschaftliche Wirklichkeit in ihrer Vielfalt abbilden, unterschiedliche Perspektiven sichtbar machen und Menschen in die Lage versetzen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Damit erfüllt er eine zentrale demokratische Funktion. Soziale Herkunft prägt unsere Erfahrungen und unseren Blick auf die Welt. Wenn in Redaktionen überwiegend Menschen mit ähnlichen Herkunftserfahrungen arbeiten, besteht die Gefahr, dass bestimmte Lebensrealitäten, Themen und Sichtweisen weniger wahrgenommen oder anders behandelt werden. Und das berührt auch die Frage des Vertrauens. Wir wissen aus anderen Untersuchungen, dass sich ein Teil der Bevölkerung in der Themenauswahl und im Meinungsspektrum der Medien nicht ausreichend repräsentiert sieht und dass das Medienvertrauen mit sinkendem Bildungsniveau tendenziell abnimmt. Deshalb ist soziale Vielfalt im Journalismus für mich nicht nur eine Frage von Fairness und Teilhabe, sondern auch von Perspektivenvielfalt und gesellschaftlicher Repräsentation.

Tanja Köhler, ejo-online.de, 03.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)