Zitiert: KI-Boom auf Pump

Fehlende Distanz in Bezug auf KI-Firmen ist besonders gefährlich, weil noch so wahnsinnig viel im Nebel liegt und es in erster Linie um Erwartungen, Hoffnungen, Versprechen oder eben möglicherweise auch Verblendung geht.

Jeff Sommer warnte vor ein paar Tagen in der „New York Times“ davor, dass der ganze Boom zu einem großen Teil auf Pump finanziert wird. Firmen wie Oracle, Microsoft, Alphabet, Amazon oder Meta investierten gewaltige Summen in Rechenzentren, sogar mehr, als sie erwirtschaften. Und wenn aus den versprochenen Gewinnen nichts werde, könne es mit den Börsenkursen schnell in die andere Richtung gehen.

Johannes Kuhn verweist in seinem Newsletter „Aus dem Internet-Observatorium“ auf eine Analyse der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Laut ihr könnte der Ausbau von Rechenzentren und anderer KI-Infrastruktur inzwischen die Grenze zur Unwirtschaftlichkeit überschritten haben. Und wenn die versprochenen Gewinne ausbleiben, einzelne Anbieter scheitern und Firmen ihre Anlagen verkaufen müssen, dann wäre das nicht mehr nur ein Problem der Investoren, sondern möglicherweise eines für die gesamte vom KI-Rausch benebelte Wirtschaft.

Ralf Heimann, MDR Altpapier, 23.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)