Zitiert: KI-Erkennung – kann man den Ergebnissen trauen?

Hausarbeiten, Politikerreden, Zeitungsbeiträge: Das Detektionstool Pangram wird genutzt, um Texte auf KI-Anteile zu prüfen – und versetzt nach den ersten Skandalen viele in Sorge. […]

Was genau erlaubt, toleriert oder verboten ist, wird in den deutschen Verlagshäusern – auch bei der Süddeutschen Zeitung – gerade intensiv diskutiert. Leser von Zeitungen können aber wohl berechtigterweise erwarten, dass Texte nicht nur faktisch korrekt sind, sondern auch von den genannten Autoren verfasst wurden. Doch sogar das wird gerade mancherorts aufgeweicht. In der Schweiz etwa haben Verleger sich selbst KI-Regeln gegeben, wonach ein von KI geschriebener, aber von Menschen geprüfter Text nicht als KI-Text gekennzeichnet werden muss. Das Vorgehen ist interessanterweise vom AI-Act der EU genauso erlaubt. […]

Digitalminister Wildberger macht vielleicht Redenschreiber arbeitslos, aber wem schaden eine KI-Rede oder eine KI-Pressemitteilung, solange der Inhalt stimmt?

Letztlich durchläuft jede neue Technologie auch in ihrer Akzeptanz verschiedene Zyklen. Irgendwann kommt nach anfänglicher Euphorie die Skepsis, die auch in echte Feindseligkeit umschwenken kann. Das könnte übrigens auch zu mehr KI bei der Textproduktion führen. Denn Pangram ist zwar ziemlich effektiv. Doch wer seine KI-Nutzung verschleiern will, schafft das – mithilfe anderer KI-Tools – auch relativ zuverlässig. Das Wettrüsten hat, so wie die Debatte darüber, wie viel KI im Text erlaubt sein sollte, gerade erst begonnen.

Max Muth, sueddeutsche.de, 19.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)