Hausarbeiten, Politikerreden, Zeitungsbeiträge: Das Detektionstool Pangram wird genutzt, um Texte auf KI-Anteile zu prüfen – und versetzt nach den ersten Skandalen viele in Sorge. […]
Was genau erlaubt, toleriert oder verboten ist, wird in den deutschen Verlagshäusern – auch bei der Süddeutschen Zeitung – gerade intensiv diskutiert. Leser von Zeitungen können aber wohl berechtigterweise erwarten, dass Texte nicht nur faktisch korrekt sind, sondern auch von den genannten Autoren verfasst wurden. Doch sogar das wird gerade mancherorts aufgeweicht. In der Schweiz etwa haben Verleger sich selbst KI-Regeln gegeben, wonach ein von KI geschriebener, aber von Menschen geprüfter Text nicht als KI-Text gekennzeichnet werden muss. Das Vorgehen ist interessanterweise vom AI-Act der EU genauso erlaubt. […]
Digitalminister Wildberger macht vielleicht Redenschreiber arbeitslos, aber wem schaden eine KI-Rede oder eine KI-Pressemitteilung, solange der Inhalt stimmt?
Letztlich durchläuft jede neue Technologie auch in ihrer Akzeptanz verschiedene Zyklen. Irgendwann kommt nach anfänglicher Euphorie die Skepsis, die auch in echte Feindseligkeit umschwenken kann. Das könnte übrigens auch zu mehr KI bei der Textproduktion führen. Denn Pangram ist zwar ziemlich effektiv. Doch wer seine KI-Nutzung verschleiern will, schafft das – mithilfe anderer KI-Tools – auch relativ zuverlässig. Das Wettrüsten hat, so wie die Debatte darüber, wie viel KI im Text erlaubt sein sollte, gerade erst begonnen.
Max Muth, sueddeutsche.de, 19.06.2026 (online)

