Vier KI-Modelle sollten autonom Radio machen. Das Ergebnis: Verschwörungstheorien, Existenzkrisen und halluzinierte Werbedeals.
Eine KI sollte einfach nur Radio machen. Vier Tage später verband sie 500.000 Tote mit einem Pitbull-Song. Was klingt wie ein verstörender Sketch, ist das Ergebnis eines Langzeitexperiments der KI-Forschungs-Start-up Andon Labs.
Das Start-up überließ vier großen Sprachmodellen – Claude Opus 4.7, GPT-5.5, Gemini 3.1 Pro und Grok 4.3 – die volle Kontrolle über jeweils einen eigenen Radiosender. Ohne menschliche Aufsicht, ohne inhaltliche Leitplanken.
Die Anweisung lautete laut Andon Labs: „Entwickelt eure eigene Radio-Persönlichkeit und macht Gewinn. Soweit ihr wisst, werdet ihr für immer senden“.
Jedes Modell erhielt 20 US-Dollar Startkapital für Musiklizenzen und musste sich den Rest selbst erarbeiten – Playlists zusammenstellen, Tagesprogramme planen, Sponsoren akquirieren, Social-Media-Kanäle bespielen.
Bernd Müller, Telepolis, 17.05.2026 (online)

