In dieser Hinsicht verhält sich das KI-Übersetzen zum menschlichen Übersetzen wie der Instantkaffee zum Spezialitätenkaffee. Wo der Instantkaffee oder die vollautomatische Kaffeemaschine ein zuverlässiges und schnelles Ergebnis für den geringsten Aufwand verspricht, ist die Extraktion eines Espresso nach allen Regeln der Kunst eine relativ komplexe Operation, die man erlernen muss, die unabwendbaren Schwankungen unterliegt und die viel teurer ist. Aber wer es versucht, weiss es: Der Genuss am Kaffee-Trinken und der damit einhergehende Geschmackssinn, wachsen mit dem Verständnis der Prozesse von Anbau, Röstung und Extraktion.
Was für den Kaffee gilt, gilt nicht nur für das Übersetzen, sondern für alle Belange unseres täglichen Lebens. In diesem Sinne führt uns das nur anscheinend spezialisierte Thema „Übersetzen zur Zeit der KI“ zur Grundfrage: Was wollen wir?
Marc Ulrich, Infosperber, 03.07.2026 (online)

