Die Medien, sogar die seriöseren, greifen oft zu ähnlichen Mitteln wie populistische Bewegungen: übertreiben und überdrehen, verengen von Themen auf einzelne Personen und einfache Geschichten. Auf den digitalen Plattformen setzt sich das fort. Dort schwanken die Beiträge und Wertungen zwischen zwei Polen: ganz großartig oder maximal mies.
Es gibt gute Gründe, vor der AfD zu warnen. Es gibt auch gute Gründe, andere Gefahren zu benennen und drastisch zu werden. Etwa wenn es um die berechtigte Sorge geht, dass die Menschheit den Moment verpasst, an dem sie eine teilweise schon eingetretene Klimakatastrophe noch halbwegs abwenden kann. Doch wer zu oft und in falscher Form Alarm schlägt, erntet irgendwann nur noch Achselzucken.
Tanjev Schultz, fr.de, 23.08.2026 (online)

