Die Unabhängigkeit des ORF muss man stärken, betonte Rechnungshofpräsidentin Margit Kraker am Samstag im „Journal zu Gast“ auf Ö1. Die aktuellen Debatten, „die sich vielfach um Postenbesetzungen drehen, obwohl eine öffentliche Ausschreibung läuft, die sind jetzt kein Zeichen in Richtung von mehr Unabhängigkeit, sondern vielleicht sogar Abhängigkeit“, sagte sie in der Radiosendung.
Es brauche Vertrauen, dass Ausschreibungsverfahren auch richtig laufen, „dass man eine Ausschreibungsfrist abwartet, dass man nicht in Freundeskreisen bestimmt, sondern dass die keine Rolle spielen. Und dass man hier dann eine gute Auswahl trifft.“ Die Politik soll sich darum kümmern, „wie sie die Gremien reformiert, wie sie die Institution unabhängiger macht und wie sie hier die gesetzlichen Grundlagen schafft“.
Das Wort Freundeskreis empfinde sie allein schon als Relikt aus vergangener Zeit, sagte Kraker. „Das sollte man überwinden.“ Es sei Frage der Politik, wie sie den Stiftungsrat aufstellt. Es gebe auch internationale Modelle – es sollte „unabhängig sein und vor allem nicht von Freundeskreisen abhängen“, so Kraker.
APA, derstandard.at, 23.05.2026 (online)

