Der Plattformmarkt scheint von einer Phase des stetigen Wachstums in eine des stabilen Ausdifferenzierens und der Konsolidierung übergegangen zu sein. YouTube bleibt der deutliche Marktführer im Bereich Videostreaming und legte bei der wöchentlichen Nutzung weiter zu. Die anderen Videoplattformen bestätigen ihre Wochenreichweiten oder verbuchen Rückgänge. […]
Zusammengenommen mit den anderen Ergebnissen der ARD/ZDF-Medienstudie 2026 zeigt sich einmal mehr, dass sich der Plattformmarkt nicht mehr in der Phase des stetigen Wachstums zu befinden scheint, sondern eher in eine Phase des stabilen Ausdifferenzierens übergegangen ist. Man könnte auch von einem zunehmenden Verdrängungswettbewerb sprechen. Bei aller Vielfalt der Angebote und individuellen Interessen, bleiben die Ressourcen Zeit und Geld bei den potenziellen Nutzerinnen und Nutzern letztlich endlich. Angesichts der gesamtwirtschaftlich angespannten Situation, mit allen Folgen für die Konsumentinnen und Konsumenten und auf Anbieterseite verbunden mit Kosteninflation und Konsolidierungsdruck, ist anzunehmen, dass der Plattformmarkt in Bewegung bleibt und der Wettbewerb sogar noch härter werden dürfte. Inwieweit dann auch regulatorisch – besonders bei den Social-Media-Plattformen – eingegriffen wird beziehungsweise werden muss, dürfte schon die nahe Zukunft zeigen. Die Diskussion darüber, welche Plattformen an Relevanz gewonnen oder verloren haben, bleibt uns also sicher auch im nächsten Jahr erhalten.
ARD/ZDF-Medienstudie 2026, Media Perspektiven 24/2026 (online)

