Zitiert: Presserat, Rundfunkräte und Landesmedienanstalten als „zahnlosen Monster“

Während die einen die Harmlosigkeit des Presserats beklagen, empören sich die anderen über das Vorgehen der Landesmedienanstalten. Das wirft die Frage auf: Welche Medienkontrolle hätten wir denn gern? […]

Wenn man nicht die ganze Idee ablehnt, dass Medien sich an die Einhaltung journalistischer Standards halten müssen, könnte man also alternative Gremien zur Selbstkontrolle gründen, die ähnlich zahnlos tigern wie der Presserat. Das könnte interessant sein, denn solche Gremien müssten sich auch darauf verständigen, welche Regeln ihre Medienangebote einhalten müssen, idealerweise sogar in Abstimmung mit dem Presserat.

In einer idealen Welt könnte eine große, produktive Diskussion darüber entstehen, was man von Podcastern, Youtubern, Bloggern erwarten darf und muss und ob es zum Beispiel reicht, Gesprächspartnern ein Mikrofon hinzustellen und schrille Werbe-Kacheln zu produzieren. Ein solches Gremium würde natürlich Geld kosten, aber das wäre eine bessere Verwendung von Spenden als die Finanzierung endloser juristischer Auseinandersetzungen.

Stefan Niggemeier, Übermedien, 15.07.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)