Zitiert: Programmreform beim Deutschlandfunk gefährdet ein demokratierelevantes Medium

Als fast einzigem bundesweit empfangbarem Radiosender gelingt es dem Deutschlandfunk, mit einer überschaubaren Infrastruktur (das Deutschlandradio erhält für seine drei Programme zirka 2,9 Prozent des Rundfunkbeitrags) täglich rund 2,5 Millionen Hörer zu erreichen und sie mit verlässlichen Informationen über alle nur denkbaren Lebensbereiche zu versorgen. In einer zunehmend zersplitterten Öffentlichkeit trägt der Sender wesentlich dazu bei, dass die Menschen in ganz Deutschland wenigstens halbwegs von derselben Faktenbasis ausgehen, unterschiedliche politische Meinungen kritisch zur Kenntnis nehmen und Anregungen aus den unterschiedlichsten Wissens- und Kulturbereichen erhalten. […]

Eine kürzlich angestellte qualitative Studie des Deutschlandfunks hat ergeben, dass viele Hörer weder den Namen des Moderators noch der Sendung kennen; wichtiger sind ihnen die Inhalte und dass ihnen die Moderatoren kompetent erscheinen, was die Hörer dem Deutschlandfunk auch attestieren. Wie man aus so einer Studie eine Notwendigkeit zur Abschaffung der Fachmagazine ableiten kann, erscheint mir schleierhaft.

Die Studie ist mir nur aus Gesprächen mit Mitarbeitern des Deutschlandfunks bekannt; der Deutschlandfunk legt sie nicht offen, auch wenn sie grundlegend für die Begründung der Programmreform ist. […]

Es wird Zeit, dass im Programm des Deutschlandfunks unter Einbeziehung der Öffentlichkeit offen und wahrheitsgemäß diskutiert wird, was für die Zukunft des Senders geplant ist.

Michael G. Gromotka, faz.net, 15.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)