Als fast einzigem bundesweit empfangbarem Radiosender gelingt es dem Deutschlandfunk, mit einer überschaubaren Infrastruktur (das Deutschlandradio erhält für seine drei Programme zirka 2,9 Prozent des Rundfunkbeitrags) täglich rund 2,5 Millionen Hörer zu erreichen und sie mit verlässlichen Informationen über alle nur denkbaren Lebensbereiche zu versorgen. In einer zunehmend zersplitterten Öffentlichkeit trägt der Sender wesentlich dazu bei, dass die Menschen in ganz Deutschland wenigstens halbwegs von derselben Faktenbasis ausgehen, unterschiedliche politische Meinungen kritisch zur Kenntnis nehmen und Anregungen aus den unterschiedlichsten Wissens- und Kulturbereichen erhalten. […]
Eine kürzlich angestellte qualitative Studie des Deutschlandfunks hat ergeben, dass viele Hörer weder den Namen des Moderators noch der Sendung kennen; wichtiger sind ihnen die Inhalte und dass ihnen die Moderatoren kompetent erscheinen, was die Hörer dem Deutschlandfunk auch attestieren. Wie man aus so einer Studie eine Notwendigkeit zur Abschaffung der Fachmagazine ableiten kann, erscheint mir schleierhaft.
Die Studie ist mir nur aus Gesprächen mit Mitarbeitern des Deutschlandfunks bekannt; der Deutschlandfunk legt sie nicht offen, auch wenn sie grundlegend für die Begründung der Programmreform ist. […]
Es wird Zeit, dass im Programm des Deutschlandfunks unter Einbeziehung der Öffentlichkeit offen und wahrheitsgemäß diskutiert wird, was für die Zukunft des Senders geplant ist.
Michael G. Gromotka, faz.net, 15.09.2026 (online)

