Die Armut an Wellen war der Haupt- und harte technische Grund dafür, dass das Radio, angeschmiegt an die Tagesabläufe, lange noch „an alle“ ging, eine Art Marktplatz der Klänge, Informationen und Meinungen war, auf dem man im Laufe des Tages allem begegnete, und nur durch Abschalten ausweichen konnte. Bildung durch Vielfalt, der man nicht entkommen konnte. Mozart, Caprifischer, Caterina Valente und die Korrespondentenberichte, Stadien, Kneipen, Wissenschaft. Fast alle konnten mitreden über das, was fast alle gehört hatten, so wurde die Brotzeit zum räsonierenden Publikum. Volksgemeinschaft, demokratisch.
Mathias Greffrath, Deutschlandfunk, Essay und Diskurs, 12.04.2026 (online)

