Dabei hat es eine sehr hohe, sehr konstante Nutzung. Über 90 Prozent der Menschen hören Radio, 75 Prozent sogar täglich – und meist dann auch mit einer hohen Verweildauer. Durch den Start zahlreicher neuer Radiosender ist die Vielfalt in den letzten Jahren sogar noch gewachsen. Gleichzeitig ist die Situation für den Markt heute komplexer denn je: Reichweite bedeutete früher hohe Umsätze und damit Möglichkeiten, ins Programm zu investieren. Inzwischen bekommen auch wir die rückläufigen Werbeerlöse im Medienmarkt zu spüren. Wir haben wirtschaftlichen Druck durch Kriege, Instabilität auf der Welt und die daraus resultierende Inflation mit Auswirkungen auf unsere Werbefinanzierung. Dazu sind komplexere Verbreitungsstrukturen gekommen, weil die Menschen Radio auf allen möglichen Plattformen und Endgeräten hören wollen. All das bedeutet steigende Kosten für alle Marktteilnehmer. Die größte Herausforderung besteht heute darin, unsere hohe Relevanz zu halten und weiter zu wachsen. Allerdings wird nicht jeder Anbieter auf dem deutschen Radiomarkt wachsen können. Dafür sind es einfach zu viele Programme. Es wird daher aus meiner Sicht in Zukunft noch deutlich mehr Zusammenarbeit geben müssen.
Nina Gerhardt, dwdl.de, 30.07.2026 (online)

