Zitiert: Rolle der Eltern

Wenn über die Rolle der Eltern bei Themen wie Mediensucht oder bei problematischen Social-Media-Inhalten gesprochen wird, dann oft verkürzt und vereinfacht. Denn es geht hier keineswegs nur um jene in der klischeehaften Vorstellung sozial schwächere Familien, die ihre Kinder mit der Chipstüte in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand aufs Sofa setzen, weil sich niemand kümmern kann oder kümmern will. Das Problem besteht mindestens ebenso sehr in Familien, die sich für medial und überhaupt aufgeklärt halten und es trotzdem (aus Faulheit oder Unvermögen oder weil sie selbst ständig am Bildschirm hängen) nicht schaffen, all die guten Vorsätze einzuhalten, die es in vielen Familien beim Kauf des ersten Smartphones ja gibt: Kontrolle, Gespräche, Aufklärung. Das Problem ist in Wahrheit oft die Kapitulation vor Diskussionen, die dann gerne mit einem angeblichen Gruppenzwang der Kinder gerechtfertigt wird.

Es ist deshalb richtig, dass die deutsche Expertenkommission die Rolle der Eltern in der Debatte stärker als bislang in den Fokus nimmt. […]

Natürlich ist es dringend notwendig, dass auch der Gesetzgeber Kinder im Netz schützt, die Plattformen in die Pflicht nimmt und möglicherweise auch Zugänge zu bestimmten Programmen und Inhalten effektiv versperrt. Noch wichtiger allerdings könnte es sein, den Eltern dieser Kinder noch sehr viel deutlicher klarzumachen, was davon nun einmal ihre Aufgabe ist.

Katharina Riehl, sueddeutsche.de, 26.06.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)