Sogenanntes Micro-Drama ist gewissermaßen die logische Konsequenz sich verändernder Nutzungsgewohnheiten: Mobile first, also für den vertikal ausgerichteten Handybildschirm konzipiert, und snackable, also in kurzen Clips statt langen Episoden. So werden fiktionale Storys über Dutzende Kurzvideos hinweg erzählt. Die Branche boomt insbesondere in Asien, aber auch in Europa und Deutschland. […]
Was Serienmacher bei Netflix und Co. verstanden haben, nämlich dass Binge-Watching starke Cliffhänger braucht, haben die Micro-Drama-Produzenten perfektioniert. Die Geschichten hangeln sich von intensiver Szene zu intensiver Szene, es geht immer um alles, dauerhafte Dopaminausschüttung. […]
Das Finanzierungskonzept dieser Apps ist einfach: Die ersten Folgen der Serien sind kostenlos, dienen quasi zum Anfüttern des Publikums. Wenn es dann aber wirklich spannend wird, werden die Zuschauerinnen Stück für Stück zum Geldausgeben bewegt.
Marie Gundlach, sueddeutsche.de, 02.07.2026 (online)

