Zitiert: Sichtbarkeit ist wichtiger als das reine Unterbinden einer Verwendung der Inhalte

Drängender als die Verwendung von Daten für das Training von Modellen ist die Frage, wie Inhalte aus der aktuellen Berichterstattung für aktuelle Antworten verwendet werden dürfen. Dabei hilft ein Schritt zurück: unsere exklusive Berichterstattung wurde immer schon von anderen Medien rezipiert, abgeschrieben, oder auch als Basis für eine eigene, weitergehende Recherche verwendet. Fakten landen schnell in der Wikipedia. Das heißt, man fand einen wesentlichen Teil dessen, was wir schreiben, auch schon bisher auf anderen Plattformen. Das ist also nicht neu. Es gewinnt einfach an Geschwindigkeit durch KI. Denn es ist anspruchsvoll, diese Inhalte wirklich zu schützen, wenn unsere Recherchen auf freizugänglichen anderen deutschen Nachrichtenseiten zu finden sind. Einmal dort publiziert, sind sie im öffentlichen Raum, werden sie von KI-Crawlern gefunden – im Worst Case werden sie einfach nicht mehr auf uns referenziert.

Ich glaube, dass die entscheidende Frage für Medien deshalb ist: Wie findet Sichtbarkeit und Referenzierung in Zukunft in einer neuen Plattformlandschaft statt, die viel weniger über Links funktioniert. Diese Sichtbarkeit ist wichtiger als das reine Unterbinden einer Verwendung der Inhalte.

Christoph Zimmer, Medienwirtschaft 03/2025, (online, Paid)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)