Aktuell wird über ein Social Media-Verbot für Kinder diskutiert. Die Berliner Wissenschaftlerin Annika Baumann mahnt, auch positive Auswirkungen von Social Media auf das Wohlbefinden von Jugendlichen in den Blick zu nehmen.
Zu den Auswirkungen von Social Media auf Jugendliche gibt es nach Aussage der Berliner Forscherin Annika Baumann bislang keine einheitliche Studienlage. Die vorliegenden Daten ließen jedoch den Schluss zu, dass Soziale Medien nicht die gravierenden Auswirkungen auf junge Menschen hätten, die ihnen meist zugesprochen würden, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe „Wohlbefinden in der digitalen Welt“ am Berliner Weizenbaum-Institut am Montagabend beim „Mainz Media Forum“.
„Ein effektiver Kinder- und Jugendmedienschutz kann nicht auf einer einzelnen Maßnahme beruhen“, kommentierte Baumann die aktuelle Debatte in Deutschland und zahlreichen EU-Staaten über ein Social-Media-Verbot für junge Leute. Zwar seien Risiken wie Online-Mobbing, Schlafbeeinträchtigung oder unerwünschte Kontaktaufnahme durch Erwachsene real. „Daraus folgt nicht, dass jede Nutzung sozialer Medien schädlich ist“, sagte die Wissenschaftlerin.
epd medien, 14.07.2026 (online)

