Für den Hamburger SPD-Medienpolitiker Carsten Brosda wäre ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche eine politische Kapitulationserklärung, sagt er am Montag beim 2MR-Festival. „Die Teilhabe an digitalen Kommunikationsräumen ist auch für Kinder ein Menschenrecht“, so der Politiker. Der Ausschluss von Jüngeren sei ein Bekenntnis, dass man es nicht schaffe, die Plattformen so zu gestalten, dass sie für Kinder nicht schädlich seien. Ältere Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, hätten zudem oft viel größere Probleme im Umgang mit der Technologie und den Plattformen. Brosda sagt: „Plattformen wirken heute wie die alten Massenmedien, nur mit schlechterem Content“. Die ursprüngliche Idee hinter sozialen Netzwerken, dass Menschen sich unterhalten und verbinden, sei theoretisch zwar noch möglich. In der Realität passiere das aber nicht mehr.
Um die Probleme zu lösen, setzt Brosda auf gemeinwohlorientierte, dezentrale Alternativen, aber auch auf Medienkompetenz und bessere Regulierung der bestehenden großen Plattformen. „Eigentlich hätte so etwas wie Social Media nur öffentlich-rechtlich gebaut werden dürfen. Das haben wir damals nicht verstanden und jetzt kriegen wir das nicht mehr hin“, bedauert der SPD-Politiker. Deshalb brauche es bessere Regulierung, die in Deutschland und Europa auch schneller umgesetzt werden müsse.
Tim Gieselmann, turi2.de, 04.05.2026 (online)

