Zitiert: „Unsere Demokratie“ durch „das Verbreiten positiver Erzählungen“ retten

Als ob eine solche Erzählung nicht eine prinzipielle Trennung zwischen der Sache, um die es geht, und ihrer erzählerischen Darbietung voraussetzte, der vereinnahmenden Wirkung wegen. Als ob eine solche Erzählung etwas anderes wäre als eine strategische Fiktion. Als ob eine solche Erzählung etwas anderes wäre als ein Betrug – und als ob die andere Seite, die linke wie die rechte, nicht längst auf die Idee gekommen wäre, selbst solche Fabeln in die Welt zu setzen. […]

Wer „positive Erzählungen“ in die Welt setzen will, fordert den Konsens, nicht den Streit. Und er erhebt sich, im Bewusstsein seiner vermeintlichen „Verantwortung vor der Welt“, zu einem ebenso unduldsamen wie selbstherrlichen Propheten. Kein Wunder, dass ein solcher Sachwalter „unserer“ Demokratie den autoritären Gestalten zu ähneln beginnt, die er zu seinen Feinden erklärt.

Thomas Steinfeld, sueddeutsche.de, 21.08.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)