Drei ARD-Sender also werden gestrichen – und null ZDF-Sender. […] Noch vor wenigen Jahren hatte die ARD große Pläne für tagesschau24. Der Sender sollte zum „deutschen CNN” ausgebaut werden, zur „ersten Adresse für Breaking-News-Lagen“. […]
Immer wieder muss sich die ARD anhören, als milliardenschweres Vollprogramm zu spät, zu knapp oder gar nicht auf „Breaking News“ zu reagieren – bei der Flutkatastrophe im Ahrtal, beim Sturm auf das US-Kapitol im Januar 2021 oder beim Brand von Notre-Dame. Das wäre vorbei.
Bräuchte es in digitalen Zeiten überhaupt noch einen linearen Newskanal? Gewiss. Denn erstens suchen Zuschauer bei großen Krisenlagen weiterhin Echtzeit-Informationen im guten, alten Fernsehen und keine dürre Text-Bauchbinde im Ersten. Und zweitens haben ARD und ZDF bisher noch keine klare Idee, wie sie Live-News sinnvoll in ihre Mediatheken einbinden wollen – außer dort unsortierten Infosalat anzubieten. […]
Mit ARD Alpha und One fallen zwei sehr günstige Spartensender weg (Jahresetat kombiniert: 80,7 Millionen Euro). Ihre verbleibenden ZDF-Pendants ZDFinfo und neo sind fast sechsmal so teuer. Man spart also lieber da, wo es nicht so heftig schmerzt. Man spart also lieber da, wo es nicht so heftig schmerzt. Und vergibt sehenden Auges die Chance, einen Wunsch von Millionen Zuschauern zu erfüllen: eine verlässliche, öffentlich-rechtliche 24-Stunden-Quelle für aktuelle TV-Nachrichten. […]
Lieber beschneidet die ARD eine ihrer wichtigsten Legitimationskompetenzen und eine ihrer stärksten Marken: die „Tagesschau“. Das trägt Züge von freiwilliger Selbstaufgabe.
Imre Grimm, lvz.de, 17.03.2026 (online)

