Zitiert: Warum man beim „Tatort“ und anderen TV-Produktionen kaum noch etwas versteht

Immer häufiger verschwinden Dialoge im Fernsehen unter einem dichten Soundteppich. Die Zuschauer sind genervt. So jedenfalls verfehlt der ÖRR seinen Auftrag. […]

Die Schauspieler sind kaum zu verstehen. Nicht wenige deshalb, weil es Mode geworden ist, dass die Akteure und Aktricen nuscheln dürfen. Das soll wohl „authentisch“ rüberkommen. Drehbuchautoren raufen sich derweil die Haare ob der Unverständlichkeit ihrer schwer erarbeiteten Wortschöpfungen.

Dem „Volk aufs Maul schauen“ ist ja ehrenwert. Nur, was aus demselben kommt, sollte das Fernsehvölkchen aber denn doch noch verstehen können, so es der Handlung folgen will.

Ebenso ärgerlich, wenn nicht noch nerviger: Ständig ist man als Zuschauer mit den Lautstärketasten der Fernbedienung beschäftigt. Denn immer häufiger verschwinden Dialoge in TV‑Produktionen unter einem dichten Soundteppich aus elektronischen Geräuschen. Klare Sprache klingt anders. Um es an dieser Stelle klar anzusprechen: Das stellt den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks infrage. […]

Mikrofonierung und Aufnahmequalität variieren je nach Drehort und Set‑Mikrofon. Originalstimmen werden oft nicht nachbearbeitet oder nachsynchronisiert, was zu uneinheitlicher Sprachqualität führt. Sounddesign und Mixing verschärfen das Problem: Musik, Effekte und Sprachanteile konkurrieren um dieselben Frequenzen. […]

Laut Rundfunkstaatsvertrag müssen Programme vielfältig, ausgewogen und der Allgemeinheit zugänglich sein. Verständliche Sprache ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung des Informations‑ und Bildungsauftrags des öffentlich‑rechtlichen Rundfunks.

Ulrich Werner Grimm, berliner-zeitung.de, 20.05.2026 (online)

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Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)