Es wirkt ohnehin paradox, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk gerade fortwährend denjenigen eine Bühne geben muss, die ihn abschaffen wollen. Über die Form, wie das geschieht, muss man streiten, aber grundsätzlich führt kein Weg daran vorbei: Solange die AfD nicht verboten ist, müssen ARD und ZDF auch ihren erklärten Feinden ihre Mikrofone hinhalten.
Das ist oft schmerzhaft genug. Aber man kann von ihnen nicht erwarten, still zuzusehen, wie an ihrer Abschaffung gearbeitet wird. […] Ein guter öffentlich-rechtlicher Rundfunk muss sich selbst hinterfragen, aber selbstbewusst für sich und seine Qualitäten einstehen. Auch und gerade im Wahlkampf, wenn es für ihn um alles geht.
Stefan Niggemeier, sueddeutsche.de, 26.08.2026 (online)

