Zitiert: Wie Medien dem Vertrauensverlust begegnen können

Journalisten besitzen zwei Möglichkeiten, auf den Vertrauensverlust ihres Publikums zu reagieren. Sie können das Misstrauen zum Defekt des Publikums erklären. Sie könnten sich aber auch fragen – und das ist selbst in der Politik lange überfällig –, ob es womöglich auch etwas mit ihnen selbst zu tun hat. Das tut natürlich weh. Und scheint in der Fehlerkultur-Reihenfolge leider etwas aus der Mode gekommen.

Gerade der MDR könnte dabei eine interessante Rolle spielen. Denn ein ostdeutscher Sender müsste wie kaum ein anderer wissen, dass sich die Lebenswirklichkeit zwischen Salzwedel, Zeitz und Görlitz nicht vollständig aus Berliner Debatten ableiten lässt. Vielleicht wird der Mitteldeutsche Rundfunk künftig wieder stärker Regionalanstalt sein müssen und etwas weniger Außenstelle einer bundesdeutschen Debattenordnung.

Judka Strittmatter, berliner-zeitung.de, 09.09.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)