Zitiert: Wie sich Verlagshäuser verändern müssen

In der Zukunft finden einige – nicht alle – Verlagshäuser und Medienunternehmen eine neue Rolle. Sie wandeln sich zu Dienstleistern für Journalist:innen, Expert:innen und andere unabhängige Medienmacher:innen. Mit diesen gemeinsam entwickeln und vermarkten sie neue publizistische Produkte: zum Beispiel Newsletter, Podcasts oder Communitys, aber auch neue, heute noch unbekannte Formate.

Aus Verlagshäusern werden in dieser Zukunft Serviceunternehmen, die – ähnlich wie Plattenfirmen – markante Stimmen mit eigener Community zu einem tragfähigen Geschäftsmodell machen. Sie vermarkten Reichweite, verkaufen Mitgliedschaften und Abos und bieten redaktionelle Services. Im Gegenzug erhalten sie Anteile an den Umsätzen der Creators.

Einige dieser „Journalismus-Creators“ kommen aus den eigenen Ökosystemen der Verlage, aus den Redaktionen und Netzwerken, viele aber sind Talente, die anderswo ein eigenes Publikum aufgebaut haben. Ihre Communitys bilden sich aus Menschen aus Generationen und Milieus, zu denen Zeitungen und ihre digitalen Ableger längst den Kontakt verloren hatten.

Den erfolgreichen Verlagen gelingt ein fundamentaler Kulturwandel. Sie stoppen die halbautomatisierte Medienproduktion (das übernehmen Computersysteme). Sie spezialisieren sich stattdessen ganz auf menschliche Intelligenz; auf das, was Maschinen nicht leisten: Dinge finden, die neu, wahr und wichtig sind.

Sebastian Esser, journalist.de, 26.01.2026 (online)

Onlinefilm.org

Zitat der Woche
Gut zur Entgiftung des öffentlichen Diskurses wäre es, auch in den Beiträgen jener, die anders denken als man selbst, die klügsten Gedanken zu suchen, nicht die dümmsten. Man läuft natürlich dann Gefahr, am Ende nicht mehr uneingeschränkt Recht, sondern einen Denkprozess in Gang gesetzt zu haben.   Klaus Raab, MDR-Altpapier, 25.05.2020, (online)    
Out of Space
Auf seinem YouTube-Kanal „Ryan ToysReview“ testet der kleine Amerikaner Ryan seit März 2015 allerhand Spielzeug. Die Beschreibung des erfolgreichen Channels ist simpel: „Rezensionen für Kinderspiele von einem Kind! Folge Ryan dabei, wie er Spielzeug und Kinderspielzeug testet.“ Ryan hat 17 Millionen Abonnenten und verdient 22 Millionen Dollar im Jahr. Berliner Zeitung, 04.12.2018 (online)