Technische Feinheit: Die Maschine hat die Bücher memorisiert, nicht gespeichert. Sie hat sie also nicht kopiert und in einer Datenbank abgelegt, sondern vom Original so gut gelernt, dass es ähnliche oder gleiche Werke schaffen kann. Was es im Sinne der Kulturgeschichte noch schlimmer macht. Da geht es nicht um Raubkopien, wie Anfang der Nullerjahre, als digitale Klone die Geschäftsmodelle der Kulturwirtschaft bedrohten. Es geht darum, dass Maschinen mithilfe menschlicher Werke lernen, ihnen ihre Arbeit buchstäblich wegzunehmen. Im Kern geht es beim Fall des kleinen Drachen Kokosnuss also um die Zukunft der Kultur im Zeitalter der künstlichen Intelligenz.
Andrian Kreye, sueddeutsche.de, 31.03.2026 (online)

