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Zitiert: Aber soll sich die Politik wirklich in die Film- und Serienauswahl auf Videoplattformen einmischen?

Er habe da einen Vergleich, sagt Castendyk. Ein Angler holt in vierter Generation Fische aus dem Fluss. Zu Lebzeiten des Urgroßvaters hat es 250 verschiedene Fischarten gegeben, beim Vater nur noch 90. Beim Sohn schwimmen 20 Fischarten im Fluss – die Vielfalt von früher kennt er nur noch aus Erzählungen. Ohne Quoten, sagt Castendyk, ergehe es Produktionen im schlimmsten Fall wie manchen Fischarten: Sie sterben aus. Bleibt die Frage: Muss man alle Fische bewahren – oder nur die, die auch genug Menschen essen wollen?

Nadja Tausche, sueddeutsche.de, 29.12.2021 (online)

Zitiert: Klaus Wagenbach – der Verleger war schuld

Für den Mord an Benno Ohnesorg wurde nie jemand verurteilt, der Schütze Karl-Heinz Kurras nicht, die Kollegen bei der Westberliner Polizei nicht, die ihn gedeckt und Geld für seine Verteidigung gesammelt hatte, bestraft wurde nur Wagenbach, der die Erschießung vom 2. Juni 1967 sachlich richtig als „Ermordung“ bezeichnet hatte. Nach dem Tod von Georg von Rauch wiederholte sich das Spiel, der Verleger war schuld, weil er den Band „Die Erschießung des Georg von Rauch“ veröffentlicht hatte.

Willi Winkler, sueddeutsche.de, 2012.2021 (online)

Zitiert: Spiegel war nie ein „Sturmgeschütz der Demokratie“

Der Blick auf Tatsachen ist immer der Blick für Details, für Einzelheiten. Der „Spiegel“ half beim Zivilisationsprozess der Bundesbürger. Er weckte und fütterte ihre Neugierde für die Vorgänge im politischen Alltagsgeschäft, und er gewöhnte sie daran, dass man dabei auch rücksichtslos vorgehen…

Zitiert: Wie eine Reformchance vor 30 Jahren nicht genutzt wurde

Im Übermut der Übernahme kaum jemand zu denken wagt, das ist die Frage, ob die Neuordnung des Rundfunksystems Ost Anstoß für eine ARD-Reform überhaupt sein könnte. Sollte man nicht durch Verzicht auf Kleinstaaterei zukunftsfähiger werden, an Effizienz und Programmqualität gewinnen? Je krisenresistenter…

Zitiert: Linke Medien – Analyse eines alten Befunds

Journalisten denken meist linker als die durchschnittliche Bevölkerung. Welche Folgen hat das? Der „Schweizer Monat“ publizierte dieser Tage einen Artikel über die politische Ausrichtung von Journalisten. Der Autor schreibt, was schon oft festgehalten wurde: Das Herz der Informationsvermittler schlägt – nicht nur…