Zitiert: Was das deutsche Fernsehen von der „Sesamstraße“ lernen kann

Keine andere Fernsehsendung hat so gut demonstriert, wie sehr es darauf ankommt, im Hier und Jetzt verankert zu sein, um zu funktionieren. Weil sich ja nur so den regelmäßig neu hinzu kommenden (und später wieder verschwindenden) jungen Zuschauer:innen die Welt altersgemäß erklären…

Zitiert: Das Fernsehen ist tot, toter geht’s nicht

Und wenn man sich die Mediennutzung unter jungen Leuten anschaut, stimmt das. Die meisten haben keinen Fernseher mehr und kommen nicht auf die Idee, „Tatort“ oder „Tagesschau“ im linearen Programm zu sehen, sondern on demand.

Trotzdem glaube ich, dass die Linearität eine Zukunft hat. Es gibt Weltereignisse wie die Fußball-WM, die Trauerfeier der Queen oder die anstehende Landung auf dem Mars, die sich jeder im Live-Programm anschauen möchte. Warum? Linearität kann durch den Moment der Simultaneität ein verbindendes Element in unserer Gesellschaft schaffen, eine „Konnektivität“, die das diffuse Internet nicht zu leisten vermag.

Stephan Weichert, tagesspiegel.de, 21.12.2022 (online)

Zitiert: Keine Fernsehfilme für die Kinoleinwand fördern

Ich glaube, wir werden uns alle neu aufstellen. Fernsehen, Streaming, Kino. Das Kino hatte es auch vor der Pandemie schwer, aber ich bin überzeugt: Wir holen uns die Leinwand zurück. Wir müssen nur aufhören, Fernsehfilme auch auf der Kinoleinwand zu zeigen. Und wir müssten über unser Fördersystem nachdenken.

Iris Berben, fr-online.de, 19.10.2022 (online)

Zitiert: Vielzahl als Luxusproblem des Streaming-Zeitalters

Es ist zweifellos ein großes Privileg, vom heimischen Sofa jederzeit aus einem schier unerschöpflichen Fundus an Bewegtbildinhalten wählen zu können, um den wir uns noch vor zwei Jahrzehnten massiv beneidet hätten. Gleichzeitig hat die Möglichkeit, permanent Programmchefin bzw. Programmchef sein zu sollen, aber auch dafür gesorgt, ausgerechnet einem Lean-Back-Medium wie dem Fernsehen – Bedienungsanleitung: einschalten, zurücklehnen, unterhalten lassen – eine lästige Lean-Forward-Pflicht vorzuschalten. Denn wer streamen will, muss sich vorher entschlossen haben: was denn eigentlich.

Peer Schrader, dwdl.de, 3.4.2022 (online)