„Die mittelmäßigen „Radio-Tatorte“, die in allen Landesrundfunkanstalten wiederholt werden müssen, wie auch das senderübergreifende „ARD-Radiofeature“ sind massive Anschläge auf den Rundfunkföderalismus, der die einzigartige Vielfalt der radiophonen Formen in Deutschland erst ermöglicht hat. Von der unter dem vorsätzlich irreführenden Titel „Radiofestival“ genannten abendlichen Gleichschaltung der Kulturwellen im Sommer gar nicht zu reden. Und der Intendant des Saarländischen Rundfunks, der Anstalt, in der das Neue Hörspiel – mit großem N – erfunden wurde, hat sich Anfang letzten Jahres in der Ankündigung der Zusammenarbeit mit dem Hörspiel des Deutschlandfunks gefreut, dass er dadurch „kostenintensive Investitionen in Technik [und, so wäre zu ergänzen, in Personal; JM] vermeiden“ könne. „8 Milliarden. Zwangsgebühr. Kleist.“ Weiterlesen Dokumentiert: Formaler und ästhetischer Reichtum der Gattung Hörspiel ist bedroht
Schlagwort Hörspiel
Zitat: Das Hörspiel ist kein Nischenprodukt
Früher habe es in den Funkhäusern in Richtung der Hörspielredakteure geheißen, „sie sollten ihre Produktionen lieber auf Kassetten an ihre paar Hörer verschicken, das käme billiger“, so Stefan Fischer in der Süddeutschen Zeitung. Doch nun gibt es Radiotatorte, die bis zu 200.000 mal aus dem Netz heruntergeladen werden. Der Hörspielpool des BR, in dem man rund Angebote findet, hatte im letzten Jahr 1,5 Millionen Downloads. Weiterlesen Zitat: Das Hörspiel ist kein Nischenprodukt
„Radio- und Hörspieldiskurse sind UKW-Diskurse“
„100 Jahre nach den ersten Feldfunk-Versuchen und 90 Jahre nach dem ersten Hörspiel im Äther beschäftigt sich das Festival Radio Zukunft im Zeitalter der flächendeckenden Breitband-Verkabelung mit der Zukunft des akustischen Erzählens.“ So wurde das „Radio Zukunft. Festival für Audiokunst“ angekündigt, das im März in Berlin stattfand. (Viele Beiträge zum Nachhören hier) Auf den Beitrag von Uwe Kammann zu den Hörspielproduktionen der ARD und dem Problem, die einzelnen Anstalten zu vergleichen, war ich schon hier eingegangen.
Transparenz: Warum man das Hörspielangebot der ARD-Anstalten nicht miteinander vergleichen kann
Ausschnitt aus einer Rede von Uwe Kammann beim „Festival Radiozukunft“, das vom 7. bis 10. März an der Berliner Akademie der Künste stattfand:
„Ich selbst übertrage diese vermutete Anklage mal stellvertretend auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Einfach, indem ich die vielfach zu hörende Vermutung mal als Ausgangspunkt nehme, dass das Hörspiel und akustische Kunst nicht nur eine bedrohte Gattung sind, wie es das Programmheft dieser Tagung ja auch andeutet, nein, sondern sogar eine akut gefährdete.
