Markus Schächters letzter Tag – Ein Mann der leisen Veränderungen

 

 

Markus Schächter war erst der vierte Intendant in den 60 Jahren des ZDF. Es war für viele eine Überraschung, dass gerade er vor 11 Jahren, am 10. März, gewählt wurde. Es war der 5. Wahlgang zum dritten Wahltermin. Zuvor hatten sich die CDU- bzw. SPD-nahen Freundeskreise blockiert und jeden Kandidaten an der notwendigen Drei-Fünftel -Mehrheit scheitern lassen. Gewählt wurde Markus Schächter, wie alle seine Vorgängen und auch sein Nachfolger Thomas Bellut, von einem Fernsehrat, dessen Besetzung der anstehenden verfassungsrechtlichen Überprüfung beim Bundesverfassungsgericht kaum standhalten wird. Im ZDF-Fernsehrat können nur 5 von 77 Mitgliedern als wirklich unabhängig angesehen werden. Sie werden von den Kirchen und dem Zentralrat der Juden gestellt. Die übrigen 72 Mitglieder werden von der Politik ausgesucht. 3 Vertreter schickt der Bund und 12 die Vorstände der im Bundestag vertretenen Parteien. Bleiben 57 – also 74 Prozent -, die von den Ministerpräsidenten bestimmt werden.

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ZDF-Intendant Markus Schächter zum Abschied

„Im März 2002 wurde er zum Intendanten des ZDF gewählt. Er folgte damals auf Dieter Stolte, der 20 Jahre an der Spitze des Senders gestanden hatte. Schächter galt als Kompromisskandidat, weil sich die Vertreter von CDU und SPD im Fernsehrat zuvor nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. 2005 wurde er mit dem besten Ergebnis, das ein Intendant im ZDF je erreicht hat, vorzeitig wiedergewählt“, blickt evangelisch.de zurück. Die FAZ beschreibt ihn so: „Er wirkt stets im Hintergrund und sucht die Vermittlung, nicht den Konflikt – was man ihm je nach Gefechtslage mal zum Vorteil, mal zum Nachteil ausgelegt hat. Hätte er jetzt eine Wiederwahl angestrebt, heißt es aus Gremienkreisen, wäre Schächter für weitere fünf Jahre ins Amt gekommen.“

„Das Ende seiner Amtszeit, zumindest die Ankündigung desselben, kommt genauso überraschend wie vor knapp elf Jahren seine Wahl zum ZDF-Intendanten“, so die Berliner Zeitung. „Das ZDF kommt nicht zur Ruhe. Erst der schwere Unfall eines Stunt-Kandidaten beim Show-Flaggschiff „Wetten, dass…?“ im Dezember, dann die diversen Schleichwerbungsvorwürfe, nun das“, vermeldet der TAGESSPIEGEL. „Er gibt sich in seiner Begründung amtsmüde und möchte die künftigen Aufgaben des Fernsehens in neue Hände legen“, stellt WELT ONLINE dar. Weiterlesen ZDF-Intendant Markus Schächter zum Abschied