Zitiert: Mehr Geld für neue Fassbinder

Vielleicht bringt nicht jede Generation einen neuen Fassbinder hervor. Aber ein paar Gelder mehr vom täglichen Unterhaltungsbreibudget abzuzwacken – für Künstler – wäre schon dufte.

 

Bettina Lamprecht, Blickpunkt:Film, 5/2019, S. 76 (nicht online)

Zitiert: Protagonistenkauf für RTL, RBB, NDR, WDR, MDR und ZDF

Für einen Magazinbeitrag auf RTL sucht ein Moderator Frauen und Männer, die ihr Konto überzogen haben, „Gage nach Absprache“, für Mütter, „die manchmal im ganz normalen Alltagswahnsinn die Geduld verlieren“, zahlt der Sender 200 Euro pro Familie. Für eine MDR-Reportage wird ein Mieter mit hoher Radonbelastung gesucht, 100 Euro für einen halben Drehtag, für den WDR Protagonisten mit Schilddrüsenüberfunktion und ein „Büromensch mit Schulterschmerz, der in Physiotherapie ist“, Aufwandsentschädigung je „nach Absprache“. Ehni sagt, künftig solle beim WDR der Rechercheweg komplett offengelegt werden. Die Protagonistenakquise will man in vielen Sendern transparent machen, manche führen bereits, teils stichprobenartig, Rohschnittabnahmen durch. Weiterlesen Zitiert: Protagonistenkauf für RTL, RBB, NDR, WDR, MDR und ZDF

Zitiert: Zahl der TV-Morde im deutschen TV übersteigt die der realen um ein Vielfaches

In seiner Darstellung der Gesellschaft richtet sich der Blick eines Ermittlers im Krimi und mit ihm der des Zuschauers auf verborgene Abgründe. Das wirkt auf die Gesellschaft zurück: Wenn im Fernsehen alle Welt dunkler Absichten verdächtig ist und Gewalt an der Tagesordnung zu sein scheint, werden am Ende die Fremden als besondere Bedrohung wahrgenommen

Nach einer Rechnung des Journalisten Glenn Riedmeier ereigneten sich im Jahr 2015 allein im Programm von ZDF und ZDFneo mehr als viereinhalbtausend Morde, während die langweilige Wirklichkeit nicht mal ein Zehntel davon aufweisen konnte: Weniger als dreihundert tatsächliche Mordfälle gab es in ganz Deutschland. Aber auf Realität kommt es auch gar nicht an. Mordermittlungen sind hier nur eine Erzählkonvention, etwa so wie die Existenz böser Feen im Märchen. … Weiterlesen Zitiert: Zahl der TV-Morde im deutschen TV übersteigt die der realen um ein Vielfaches

Zitiert: Publizistische Aspekte fehlen meist bei der Diskussion um die Zukunft des Service Public

Als Schlagworte kursieren Begriffe wie Sparmaßnahmen, Existenzbedrohung, Auflagen, Aufsichtsverfahren, Beschwerde oder Konsumwünsche. Publizistische Aspekte wie beispielsweise welche Angebote zu einem Service Public dazugehören, welche Inhalte weshalb besser von der SRG und welche von privaten Medien geleistet werden können oder auch, inwiefern sich der Leistungsauftrag durch technologische und branchenspezifische Entwicklungen anzupassen hat, sind Mangelware.

Mirco Saner, ejo-online.eu, 17.07.2017 (online)