Auf der ARD Programmwerkstatt am 29. September in Köln, dem Branchentreffen zur Zukunft dokumentarischer Produktionen, hörte ich dieses Motto immer wieder. Drei Worte, die Chancen, Herausforderungen und Dilemma unserer Branche ziemlich gut beschreiben – und genauso gut bei einem Produzententag des ZDF, von Netflix oder ProSieben hätten fallen können.
Als leidenschaftlicher Inhalte-Produzent freue ich mich über „better“ und „bigger“. Anspruchsvollere Stoffe, außergewöhnliche Zugänge, neue Erzählformen: Genau dafür mache ich diesen Beruf. Bei „fewer“ zucke ich hingegen. Als unternehmerischer Produzent kann ich nachvollziehen, dass stagnierende oder sinkende Budgets zu einer Konzentration der Mittel führen. Aber weniger wird nur dann besser, wenn die verbleibenden Produktionen angemessen ausgestattet sind. Und selbst das reicht nicht: Weniger Aufträge lassen weder Entwicklungskosten noch die Kosten jener Strukturen verschwinden, die sehr gute Produktionen ermöglichen. Deshalb wünsche ich mir eine Branche, die dokumentarische Qualität nicht nur einfordert, sondern die Unternehmen stärkt, die sie hervorbringen.
Marcus Uhl, dwdl.de, 03.11.2026 (online)
