In Deutschland muss man Medienmacht übrigens nicht einmal kaufen – man kann sie auch geschenkt bekommen. Mathias Döpfner, Vorstandschef von Axel Springer, erhielt 2020 von Friede Springer rund 15 Prozent der Konzernanteile als Schenkung, kaufte weitere 4,1 Prozent und bekam zusätzlich die Stimmrechte ihres gesamten verbleibenden Aktienpakets übertragen. Seither kontrolliert ein einzelner Mann mehr als 44 Prozent der Stimmrechte über den Konzern hinter Bild und Welt – der reichweitenstärksten Boulevardmedien des Landes. […]
Plattformen, Werbung, Influencer, Medienkonzerne: Fast überall steht am Anfang ein sehr großes Vermögen. Und ein rechter oder rechtsoffener Multimillionär mit politischer Agenda. Das ist kein Zufall. Und gegen diese geballte Finanzkraft soll Aufklärung antreten – mit Spendenkonten und Projektanträgen? […]
Es bleibt nämlich nicht dabei, dass die eine Seite viel mehr Geld hat. Die schlechter finanzierte Seite wird zusätzlich strategisch angegriffen. Von genau diesen rechten Medien. Und zwar mit Desinformation. Das ist der Doppelschlag, der das Missverhältnis noch größer machen soll. Und auf der Seite derjenigen, die dagegenhalten wollen, gibt es ohnehin nicht viel zu holen. […]
Das Muster ist immer dasselbe: Was nicht von Superreichen finanziert wird – gemeinnützige, öffentlich-rechtliche, spendenfinanzierte Projekte – soll delegitimiert und trockengelegt werden. Übrig bliebe eine Öffentlichkeit, in der Reichweite nur noch hat, wer sie bezahlen kann. Dahinter stecken diejenigen, die das bezahlen können. Denn dann können sie sich diese Reichweite auch kaufen. Geld ersetzt Argumente oder Fakten.
Thomas Laschyk, volksverpetzer.de, 17.09.2026 (online)

